Spielplatz im Herbst und Winter: So macht es trotzdem Spaß
Von Steven Schulz · · 3 Min. Lesezeit
Kürzere Tage, Nieselregen, kalte Finger – und trotzdem wollen Kinder raus. Wie Spielplatzbesuche in der kalten Jahreszeit gelingen und warum sie sich lohnen.
Im Sommer ist der Spielplatz voll, im November oft leer. Dabei spricht viel dafür, auch in der kalten Jahreszeit rauszugehen: Bewegung an der frischen Luft tut Kindern das ganze Jahr über gut, das Tageslicht hebt die Laune, und auf einem leeren Spielplatz gehört die Lieblingsschaukel ganz dir.
Mit ein bisschen Vorbereitung wird aus dem Pflichtspaziergang ein kleines Abenteuer.
Die richtige Kleidung: das Zwiebelprinzip
Der wichtigste Grundsatz für kalte Tage lautet: lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke. Kinder bewegen sich auf dem Spielplatz viel – sie kommen ins Schwitzen und kühlen danach schnell aus. Mit Schichten lässt sich das ausgleichen.
- Unten: ein Shirt oder Body, der Feuchtigkeit gut wegtransportiert
- Mitte: Pullover oder Fleece
- Außen: eine wind- und wasserabweisende Jacke, bei Matschwetter eine Matschhose oder ein Matschanzug
- Dazu: Mütze, Handschuhe (bei Nässe am besten wasserdicht) und Gummistiefel mit warmen Socken
Ein Paar Ersatzhandschuhe in der Tasche ist Gold wert. Nasse Handschuhe sind der häufigste Grund, warum Kinder im Winter früher nach Hause wollen. Was sonst noch in die Tasche gehört, steht in unserer Packliste für den Spielplatz.
Schals sind auf Spielgeräten keine gute Idee, weil sie sich verfangen können. Besser sind Schlauchschals (Loops) oder ein Rollkragen.
Welche Spielgeräte sich bei Kälte eignen
Nicht jedes Spielgerät macht bei Nässe gleich viel Spaß. Gut funktionieren:
- Klettergerüste und Kletternetze – sie halten warm, weil der ganze Körper arbeitet
- Schaukeln und Nestschaukeln – vorher kurz das Wasser vom Sitz wischen
- Karussells und Drehscheiben
- Sandkästen – feuchter Sand ist zum Bauen sogar besser als trockener
Vorsicht ist bei nassen Holz- und Metallflächen geboten: Sie werden glatt. Bei Frost können Rutschen und Leitern vereisen. Ein kurzer Blick vor dem Losklettern schadet nie.
Spielideen mit Laub, Pfützen und Schnee
Die kalte Jahreszeit bringt ihr eigenes Spielmaterial mit:
- Laubhaufen zusammenschieben und hineinspringen – ein Klassiker, der nie langweilig wird
- Blätter sammeln und nach Farben oder Formen sortieren
- Pfützenspringen in Gummistiefeln – wer macht die größten Spritzer?
- Kastanien und Eicheln zu Mustern legen oder mit nach Hause nehmen und basteln
- Schneemann bauen oder Spuren im Schnee lesen, wenn der Winter mitspielt
Kurze Tage gut nutzen
Im Herbst und Winter wird es früh dunkel. Plant den Spielplatzbesuch deshalb lieber für die Mittagszeit oder den frühen Nachmittag. Viele Spielplätze sind nicht beleuchtet. Für den Heimweg in der Dämmerung helfen Reflektoren oder eine Warnweste an der Kinderjacke.
Wenn es richtig ungemütlich wird, sind überdachte Spielplätze oder Indoor-Spielplätze eine Alternative. Auf unserer Spielplatzkarte siehst du bei vielen Einträgen, ob es eine Überdachung gibt.
Nach dem Spielen: aufwärmen
Ein warmer Tee aus der Thermoskanne direkt auf dem Spielplatz oder ein heißer Kakao zu Hause – das Aufwärmen gehört zum Erlebnis dazu. Nasse Kleidung sollte zügig gewechselt werden, Gummistiefel trocknen am besten mit Zeitungspapier ausgestopft.
Und beim nächsten Mal wissen alle, wie es geht. Den nächsten Spielplatz findest du in deinem Bundesland, zum Beispiel in Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg – oder direkt auf der Karte.