Geocaching mit Kindern: Schatzsuche per GPS
Von Steven Schulz · · 5 Min. Lesezeit
Irgendwo in der Nähe liegt eine versteckte Dose mit Logbuch – und ihr findet sie mit dem Handy. Wie Geocaching funktioniert, welche Caches für Kinder passen und welche Regeln dazugehören.
Unter einer Baumwurzel, hinter einem Zaunpfahl oder in einer Mauerritze liegt eine kleine Dose. Darin: ein Logbuch, vielleicht ein paar Tauschgegenstände. Niemand sieht sie, wenn er nicht weiß, wo er suchen muss. Genau das ist der Reiz von Geocaching: eine weltweite Schatzsuche, bei der Menschen Verstecke anlegen und andere sie mit Koordinaten finden. Geocaching mit Kindern verbindet Spazierengehen mit einem klaren Ziel – und plötzlich wollen auch Lauffaule unbedingt noch bis zum nächsten Baum.
Wie Geocaching funktioniert
Das Prinzip ist einfach:
- Jemand versteckt einen Cache – meist eine wasserdichte Dose – und veröffentlicht die Koordinaten auf einer Geocaching-Plattform.
- Ihr sucht euch einen Cache aus, zum Beispiel in einer App auf dem Smartphone oder auf der Website der Plattform. Die bekannteste ist geocaching.com, es gibt aber auch andere, etwa Opencaching.
- Mit GPS geht ihr zu den Koordinaten. Das Handy zeigt Richtung und Entfernung.
- Die letzten Meter wird gesucht. GPS ist nicht auf den Meter genau, im Wald und zwischen Häusern oft noch ungenauer. Jetzt sind Kinderaugen gefragt.
- Ins Logbuch eintragen, die Dose wieder genau so verstecken, wie ihr sie gefunden habt, und den Fund online vermerken.
Für den Einstieg reicht in der Regel ein kostenloses Konto. Manche Plattformen bieten zusätzliche Funktionen oder Caches nur gegen eine Gebühr an – was genau dazugehört, ändert sich und steht auf der jeweiligen Website.
Welche Caches für Kinder passen
Caches unterscheiden sich stark in Größe, Schwierigkeit und Gelände. Auf vielen Plattformen werden Schwierigkeit und Gelände mit einer Wertung angegeben, und in der Beschreibung steht oft, ob ein Cache familienfreundlich ist.
| Cache-Art | Was dahintersteckt | Für Kinder |
|---|---|---|
| Traditioneller Cache | Die Dose liegt direkt an den angegebenen Koordinaten | ideal für den Einstieg |
| Multi-Cache | Mehrere Stationen, an denen ihr Hinweise für das Ziel sammelt | gut für Schulkinder, dauert länger |
| Rätsel-Cache | Die Koordinaten müssen erst durch ein Rätsel ermittelt werden | eher für ältere Kinder und Erwachsene |
| Große Dosen | Platz für Tauschgegenstände | bei Kindern besonders beliebt |
| Kleine Dosen | oft nur ein winziges Röhrchen mit Papierstreifen | schwer zu finden, für Kleine frustrierend |
Für die ersten Touren eignen sich Caches mit niedriger Gelände- und Schwierigkeitswertung und einer größeren Dose. Lies vorher die Beschreibung und die letzten Einträge anderer Sucher: Wenn mehrere hintereinander nichts gefunden haben, ist der Cache vielleicht verschwunden.
Geocaching mit Kindern: Tipps für die erste Tour
- Kurz anfangen: Zwei oder drei Caches in der Nähe sind für den Anfang genug. Lieber mit einem Erfolgserlebnis aufhören als nach dem fünften erfolglosen Versuch.
- Aufgaben verteilen: Ein Kind hält das Handy, ein anderes schreibt ins Logbuch, ein drittes darf den Tauschgegenstand aussuchen.
- Pause einplanen: Ein Cache in der Nähe eines Spielplatzes ist eine perfekte Kombination.
- Hinweise nutzen: Viele Caches haben einen verschlüsselten Tipp. Es ist keine Schande, ihn zu lesen.
- Akku im Blick: GPS verbraucht viel Strom. Eine Powerbank im Rucksack hilft.
Wie sich das Handy unterwegs sinnvoll nutzen lässt, ohne den ganzen Ausflug zu bestimmen, steht im Beitrag Das Smartphone auf dem Spielplatz.
Was in den Rucksack gehört
- Smartphone oder GPS-Gerät mit geladenem Akku
- ein Stift, denn in kleinen Caches fehlt er oft
- ein paar kleine Tauschgegenstände, zum Beispiel bemalte Steine, Murmeln oder Anstecker
- Handschuhe für Verstecke unter Steinen oder in Hecken
- Trinkflasche, Snack, Pflaster
- bei Dämmerung eine Taschenlampe
Die Regeln beim Geocaching
Geocaching funktioniert nur, wenn alle sorgsam mit Verstecken, Natur und Mitmenschen umgehen:
- Wer etwas nimmt, legt etwas hinein, am besten gleichwertig oder besser.
- Keine Lebensmittel in Caches – sie locken Tiere an.
- Gegenstände mit Nummer reisen von Cache zu Cache. Sie dürfen weitergetragen, aber nicht behalten werden.
- Natur schonen: keine Äste abbrechen, keine Steinmauern auseinandernehmen, nicht quer durch Schutzgebiete laufen.
- Diskret bleiben: Nicht eingeweihte Passanten heißen beim Geocaching „Muggel“. Wartet, bis sie weg sind, damit das Versteck geheim bleibt.
- Nicht auf Privatgrundstücke und nicht an gefährliche Stellen wie Bahngleise, Felskanten oder Brückengeländer.
Wenn ihr später einen eigenen Cache verstecken wollt, gelten die Regeln der jeweiligen Plattform. Dazu gehört meist die Erlaubnis des Grundstückseigentümers.
Wenn ihr ohne App starten wollt
Nicht jede Familie möchte mit dem Smartphone losziehen. Eine selbst gelegte Schatzsuche mit Karte, Pfeilen und Rätseln ist eine schöne Vorübung – Ideen dafür findest du im Beitrag Schnitzeljagd und Schatzsuche. Viele Kinder wollen danach ganz von allein wissen, wie die „echte“ Schatzsuche funktioniert.
Geocaches und Spielplätze verbinden
Caches gibt es in Städten genauso wie auf dem Land, im Park genauso wie im Wald. Kombiniert eure Tour mit einem Herbstspaziergang im Wald oder einer längeren Wanderung mit Kindern. Den passenden Spielplatz für die Pause findest du auf unserer Spielplatzkarte – in deiner Stadt oder am Ausflugsziel, zum Beispiel in Sachsen oder Rheinland-Pfalz.