Herbstspaziergang im Wald: Natur entdecken mit Kindern
Von Steven Schulz · · 5 Min. Lesezeit
Bunte Blätter bestimmen, Früchte sammeln, Pilze nur anschauen und den Wald mit allen Sinnen erleben – Ideen für einen Herbstspaziergang, der Kindern lange in Erinnerung bleibt.
Im Herbst verändert sich der Wald fast täglich. Die Blätter färben sich, Eicheln und Bucheckern fallen, Pilze schieben sich aus dem Boden, und der Waldboden raschelt bei jedem Schritt. Ein Herbsttag im Wald mit Kindern braucht kein Programm – aber ein paar Ideen machen aus dem Spaziergang eine kleine Entdeckungsreise. Hier liest du, was es im Herbstwald zu entdecken gibt, welche Spiele unterwegs funktionieren und welche Regeln im Wald gelten.
Gut vorbereitet losgehen
Ein Herbstspaziergang mit Kindern ist selten eine Wanderung. Kinder bleiben stehen, graben, klettern auf Baumstämme und sammeln. Plane deshalb lieber eine kurze Strecke und viel Zeit ein.
- Kleidung: wetterfest und in Schichten, dazu feste Schuhe oder Gummistiefel. Ausführlich dazu: Spielplatz im Herbst und Winter.
- Rucksack: Trinkflasche, ein Snack, ein Stoffbeutel für Fundstücke, eine Lupe, Taschentücher.
- Zeit: Im Herbst wird es früh dunkel, und im Wald noch früher. Lieber am Vormittag oder frühen Nachmittag starten.
- Zecken: Sie sind auch im Herbst noch aktiv, solange es mild ist. Nach dem Ausflug lohnt sich ein kurzer Check, mehr dazu im Beitrag Zecken, Wespen und Co..
Wald mit Kindern: Was es im Herbst zu entdecken gibt
Der Herbstwald ist voller Dinge, die Kinder in die Hand nehmen, anschauen und vergleichen können.
Blätter: Eiche, Buche, Ahorn und Birke lassen sich schon mit Kindergartenkindern gut unterscheiden. Eichenblätter haben runde Buchten, Ahornblätter spitze Zacken, Buchenblätter einen glatten, leicht gewellten Rand.
Baumfrüchte: Eicheln mit Hütchen, dreikantige Bucheckern, Ahornsamen, die sich wie kleine Propeller drehen, wenn man sie in die Luft wirft, und Zapfen von Fichte, Kiefer oder Lärche.
Pilze: Sie sind im Herbst besonders auffällig. Für Kinder gilt eine einfache Regel: anschauen ja, anfassen und essen nein. Manche Pilze sind sehr giftig, und ihre Unterscheidung ist auch für Erwachsene schwierig. Wenn ein Kind doch etwas in den Mund gesteckt hat, rufst du einen Giftnotruf an – die Giftinformationszentren sind regional organisiert, und es lohnt sich, die Nummer für deine Region vorab im Handy zu speichern. Bei Beschwerden wählst du die 112.
Tiere: Eichhörnchen, die Vorräte vergraben, Spechte, die klopfen, Spuren im weichen Boden. Wie ihr Spuren lesen könnt, steht im Beitrag Tierspuren lesen.
Kleine Forscheraufträge: Waldbingo
Mit einem Bingo-Zettel bleiben auch Kinder, die schnell die Lust verlieren, länger dabei. Malt vorher gemeinsam neun Felder auf ein Blatt und füllt sie mit Dingen wie:
- ein rotes Blatt
- eine Eichel mit Hütchen
- ein Zapfen
- ein Stein, der in die Faust passt
- etwas, das weich ist
- ein Loch in einem Baum
- ein Pilz (nur anschauen!)
- eine Feder
- ein Stock in Y-Form
Wer drei Felder in einer Reihe gefunden hat, ruft „Bingo“. Für kleine Kinder reichen Bilder statt Wörter.
Spiele mit allen Sinnen
Der Wald lädt dazu ein, nicht nur zu schauen:
- Geräuschekarte: Alle setzen sich still hin und schließen die Augen. Für jedes Geräusch, das ihr hört, malt ihr einen Strich in die Richtung, aus der es kommt.
- Baum ertasten: Ein Kind wird mit verbundenen Augen zu einem Baum geführt und ertastet die Rinde. Danach soll es den Baum mit offenen Augen wiederfinden.
- Stöckchenrennen: An einer Brücke über einen Bach werfen alle gleichzeitig ein Stöckchen auf der einen Seite ins Wasser. Wessen Stock kommt zuerst auf der anderen Seite heraus?
- Waldxylophon: Unterschiedlich dicke Äste an einen liegenden Stamm lehnen und mit einem Stock darauf klopfen.
- Mini-Welten: Mit Moos, Stöckchen und Blättern ein Haus für einen Zwerg oder einen Igel bauen.
Regeln im Wald
Der Wald ist für alle da, aber er ist auch Lebensraum für Tiere und Arbeitsplatz für Förster und Waldbesitzer. Ein paar Regeln helfen:
- Auf den Wegen bleiben, vor allem bei Kleinkindern und in Schutzgebieten.
- Absperrungen beachten: Im Herbst und Winter finden in vielen Wäldern Jagden statt. Warnschilder oder Absperrbänder sind ernst gemeint – dann nimmst du einen anderen Weg. Auch Holzfällarbeiten werden so gesichert.
- Bei Sturm nicht in den Wald: Äste können abbrechen, Bäume umstürzen – auch nach dem Sturm noch.
- Nur kleine Mengen sammeln und keine lebenden Pflanzen ausreißen.
- Kein Feuer außerhalb ausgewiesener Feuerstellen, mehr dazu im Beitrag Stockbrot am Lagerfeuer.
- Müll wieder mitnehmen, auch Bananenschalen und Apfelreste.
Was im Wald im Einzelnen erlaubt ist, regeln die Bundesländer in ihren Waldgesetzen unterschiedlich. Schilder vor Ort gehen vor.
Was finde ich wo? Eine Übersicht für unterwegs
| Fundstück | Wo du suchst | Was ihr damit machen könnt |
|---|---|---|
| Eicheln und Bucheckern | unter Eichen und Buchen | sammeln, zählen, Muster legen |
| Zapfen | im Nadelwald, am Waldrand | Zwergenhaus bauen, werfen |
| Bunte Blätter | überall, besonders am Waldrand | pressen, Krone basteln |
| Moos | an Steinen und Baumstämmen | nur anschauen und befühlen |
| Pilze | auf dem Waldboden, an Totholz | nur anschauen, fotografieren |
| Federn | auf Lichtungen, an Wegrändern | anschauen, Vogel raten |
Ideen, was aus euren Fundstücken werden kann, findest du in den Beiträgen Basteln mit Herbstblättern und Kastanien basteln.
Wald und Spielplatz verbinden
Viele Wälder haben am Rand einen Waldspielplatz oder liegen in der Nähe eines Naturspielplatzes. So lässt sich ein Spaziergang mit einer Pause am Klettergerüst verbinden. Was solche Plätze ausmacht, liest du im Beitrag Waldspielplatz und Naturspielplatz. Den nächsten Spielplatz am Waldrand findest du auf unserer Spielplatzkarte. Und wer Lust auf eine moderne Schatzsuche im Wald hat, liest weiter bei Geocaching mit Kindern.