Himmel und Hölle und andere Kreidespiele

Von Steven Schulz · · 5 Min. Lesezeit

Ein Stück Straßenkreide, ein Steinchen und ein Stück Asphalt – mehr braucht es nicht für Himmel und Hölle. Hier findest du die Regeln, Varianten für Groß und Klein und weitere Hüpf- und Kreidespiele.

Kaum ein Spiel ist so schnell aufgebaut wie Himmel und Hölle: Ein paar Kästchen auf den Boden malen, ein flaches Steinchen suchen, und schon wird gehüpft. Je nach Region heißt das Spiel auch Hickelkasten, Hopse oder Tempelhüpfen, die Grundidee ist überall ähnlich. In diesem Beitrag geht es um die Regeln, um Varianten für verschiedene Altersstufen und um weitere Spiele, für die du nichts weiter brauchst als Straßenkreide und eine glatte Fläche.

Einen kurzen Überblick über Hüpf-, Fang- und Kreisspiele gibt es schon in unserem Beitrag Spiele für draußen. Hier gehen wir beim Kreidespiel mehr ins Detail.

Das Hüpffeld malen

Das klassische Feld besteht aus acht bis zehn Kästchen, die übereinander gemalt und durchnummeriert werden. Einzelne Kästchen wechseln sich mit Paaren ab, die nebeneinanderliegen. Ganz unten steht oft die „Erde“ als Startfeld, ganz oben ein halbrunder „Himmel“. Manche malen zusätzlich ein Feld „Hölle“ ein, auf das niemand treten darf.

Damit das Feld gut bespielbar ist, helfen ein paar Dinge:

  • Kästchen groß genug malen, sodass ein Kinderfuß bequem hineinpasst
  • Zahlen deutlich schreiben, damit auch Kinder, die noch nicht lesen, sie wiedererkennen
  • eine Wurflinie vor dem ersten Kästchen markieren
  • einen flachen Stein oder ein kleines Säckchen als Wurfgegenstand nehmen, das nicht wegrollt

Die Regeln von Himmel und Hölle

Es gibt viele Versionen der Regeln, und oft legen die Kinder sie selbst fest. Eine gängige Variante geht so:

  1. Das erste Kind wirft den Stein in Feld 1.
  2. Dann hüpft es durch alle Felder bis zum Himmel und zurück. Einzelne Felder werden auf einem Bein betreten, Doppelfelder mit beiden Beinen gleichzeitig.
  3. Das Feld mit dem Stein wird übersprungen.
  4. Auf dem Rückweg hebt das Kind den Stein auf, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, und hüpft zurück zur Erde.
  5. Klappt alles, ist in der nächsten Runde Feld 2 dran, dann Feld 3 und so weiter.
  6. Wer danebenwirft, auf eine Linie tritt oder umfällt, gibt an das nächste Kind ab und macht später an derselben Stelle weiter.

Gewonnen hat, wer zuerst alle Felder geschafft hat. Viel wichtiger als das Gewinnen ist aber meist das Hüpfen selbst.

Varianten für jedes Alter

Kleine Kinder können noch nicht sicher auf einem Bein hüpfen, und das ist in Ordnung. Ältere wollen dagegen gefordert werden. So lässt sich das Spiel anpassen:

Alter Idee
Kindergartenalter Ohne Stein spielen, mit beiden Beinen hüpfen, nur wenige Felder malen. Farben statt Zahlen helfen beim Erkennen.
Vorschulalter Stein werfen und auf einem Bein hüpfen ausprobieren. Linien dürfen ruhig mal berührt werden.
Grundschulalter Mehr Felder, rückwärts hüpfen, Stein mit dem Fuß weiterschieben, beim Hüpfen Rechenaufgaben lösen.
Gemischte Gruppen Jedes Kind bekommt eigene Regeln: Die Kleinen dürfen beidbeinig springen, die Großen nur einbeinig.

Eine schöne Abwandlung ist die Schnecke: Statt einer Reihe malst du eine große Spirale, die in Felder unterteilt ist. Gehüpft wird von außen bis in die Mitte und wieder hinaus. Wer es schafft, darf ein Feld mit seinem Namen markieren, das andere dann überspringen müssen.

Weitere Spiele mit Straßenkreide

Mit Kreide lässt sich noch viel mehr anfangen als nur ein Hüpffeld:

  • Kreide-Parcours: Eine Linie zum Balancieren, Kreise zum Springen, Pfeile zum Rückwärtslaufen, ein Stern zum Drehen. Kinder malen gern selbst Stationen dazu.
  • Straßen für Laufrad und Bobbycar: Eine aufgemalte Straße mit Kreuzung, Parkplatz und Zebrastreifen macht aus jeder Hoffläche einen Verkehrsübungsplatz.
  • Zielwerfen: Ein Kreis mit Ringen, in der Mitte die meisten Punkte. Geworfen wird mit Steinchen, Kastanien oder Bohnensäckchen.
  • Schatten nachmalen: An sonnigen Tagen zeichnet ein Kind den Schatten eines anderen nach. Später am Tag ist der Schatten an einer anderen Stelle, das ist ein kleines Experiment nebenbei.
  • Riesenbild: Gemeinsam ein großes Bild malen, in das sich die Kinder anschließend hineinlegen, als wären sie Teil davon.

Wer Hüpfen und Springen mag, sollte auch Gummitwist ausprobieren. Warum solche Spiele die Bewegung fördern, erklärt unser Beitrag zur Grobmotorik.

Wo darf man mit Kreide malen?

Straßenkreide ist wasserlöslich, und der nächste Regen wischt die meisten Bilder wieder weg. Trotzdem ist nicht jede Fläche gleich gut geeignet:

  • Eigener Hof, Einfahrt, Terrasse: unkompliziert, wenn der Untergrund glatt ist.
  • Gehwege: Vielerorts wird Kreidemalen auf dem Gehweg geduldet. Was genau erlaubt ist, regelt aber die Kommune. Achte darauf, dass Fußgänger, Kinderwagen und Rollstühle weiter gut vorbeikommen.
  • Fahrbahn: tabu, solange dort Autos fahren. Eine Ausnahme sind ausgewiesene Spielstraßen. Was dort gilt, steht in unserem Beitrag zur Spielstraße.
  • Schulhöfe und Plätze: Manche Schulhöfe sind nachmittags geöffnet, die Regeln legt der Träger fest. Mehr dazu im Beitrag Offene Schulhöfe.
  • Private Flächen: vorher fragen, wem sie gehören.

Auf manchen Untergründen, etwa hellem Naturstein oder Holz, lässt sich Kreide schwerer entfernen. Im Zweifel probierst du sie an einer kleinen Stelle aus.

Kreide immer dabei

Ein paar Stücke Kreide passen in jede Jackentasche und retten so manchen Nachmittag, wenn alle Spielgeräte belegt sind. Deshalb steht Kreide auch auf unserer Packliste für den Spielplatz. Viele Spielplätze haben gepflasterte Wege oder befestigte Flächen am Rand, die sich gut für ein Hüpffeld eignen. Welche Spielplätze in deiner Nähe liegen und wie sie ausgestattet sind, siehst du auf unserer Spielplatzkarte.

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