Stockbrot am Lagerfeuer: Rezept und Sicherheit

Von Steven Schulz · · 5 Min. Lesezeit

Ein einfacher Teig, ein guter Stock und eine Feuerstelle, an der Feuer erlaubt ist – so gelingt Stockbrot mit Kindern. Mit Rezept, Varianten und klaren Regeln am Lagerfeuer.

Wenn der Teig sich langsam um den Stock wickelt, das Feuer knistert und es nach frischem Brot riecht, sitzen auch sonst zappelige Kinder plötzlich ganz still. Stockbrot gehört zu den schönsten Dingen, die man mit Kindern draußen machen kann. Damit es gelingt und alle sicher bleiben, braucht es ein gutes Rezept, den richtigen Ort und ein paar klare Regeln.

Zuerst: Wo darf ein Lagerfeuer brennen?

Bevor der Teig angerührt wird, steht eine Frage: Wo dürft ihr überhaupt Feuer machen? Die Antwort ist nicht überall gleich.

  • Im Wald und in Waldnähe ist offenes Feuer in vielen Bundesländern verboten oder nur an ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt. Welche Abstände und Ausnahmen gelten, regeln die Länder und Gemeinden unterschiedlich.
  • Öffentliche Grillplätze und Feuerstellen sind oft die beste Wahl. Manche muss man vorher reservieren, bei manchen ist das Feuer an Bedingungen geknüpft. Die Regeln stehen meist auf einem Schild vor Ort oder auf der Website der Gemeinde.
  • Auf öffentlichen Spielplätzen ist offenes Feuer in aller Regel nicht erlaubt. Mehr dazu im Beitrag Spielplatzregeln. Eine Ausnahme sind manche Abenteuerspielplätze mit betreuter Feuerstelle, siehe Abenteuerspielplatz.
  • Im eigenen Garten hängt es von der Gemeinde ab. Feuerschalen oder Feuerkörbe sind vielerorts erlaubt, offenes Feuer auf dem Rasen nicht immer.

Wichtig ist außerdem die Waldbrandgefahr. In trockenen Phasen kann schon ein Funke reichen. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht einen Waldbrandgefahrenindex, und viele Gemeinden sperren bei hoher Gefahr auch offizielle Feuerstellen. Wenn Schilder oder Behörden ein Feuerverbot aussprechen, wird kein Feuer gemacht – auch kein kleines.

Das Stockbrot-Rezept

Für etwa acht bis zehn Stockbrote braucht ihr:

  • 500 g Mehl (Weizen oder Dinkel)
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • etwa 250–300 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 3 EL Öl

So geht es: Mehl, Hefe, Salz und Zucker mischen, Wasser und Öl dazugeben und alles mindestens fünf Minuten kräftig kneten, bis ein glatter, nicht klebriger Teig entsteht. Klebt er noch, etwas Mehl dazu. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sichtlich größer geworden ist – meist dauert das etwa eine Stunde. Danach in einer Dose mit Deckel mitnehmen.

Schnelle Variante ohne Hefe: Ein Quark-Öl-Teig aus Quark, Milch, Öl, Mehl, Backpulver und einer Prise Salz muss nicht gehen und ist sofort fertig. Er wird etwas weicher und kuchenartiger.

Varianten für Kinder: Ein paar Kräuter oder geriebener Käse im Teig, für Süßschnäbel etwas mehr Zucker und Zimt. Rohen Teig besser nicht naschen – Mehl ist ein Rohprodukt.

Der richtige Stock

Ein guter Stockbrot-Stock ist lang genug, damit die Hände weit vom Feuer weg bleiben, gerade und so dick wie ein Daumen. Frisches, grünes Holz brennt weniger schnell an als trockenes. Gut eignen sich zum Beispiel Haselnuss oder Weide.

Ein paar Hinweise:

  • Keine Stöcke von lebenden Bäumen abreißen. Besser sind Stöcke vom Heckenschnitt im eigenen Garten oder fertige Stockbrotspieße aus Holz oder Edelstahl. Metallspieße werden allerdings heiß – nur am Griff anfassen.
  • Nicht jedes Holz eignet sich: Die Eibe zum Beispiel ist giftig, ihre Zweige gehören weder ins Feuer noch an das Brot. Wenn du dir bei einem Holz nicht sicher bist, nimm es nicht.
  • Rinde an der Spitze abschaben – das übernimmt ein Erwachsener mit dem Messer.
  • Spitzen nicht zu scharf schnitzen. Mit Stöcken wird nicht gefuchtelt, gestochen oder gerannt.

Stockbrot backen: Glut statt Flammen

Der häufigste Fehler: Das Brot wird in die Flammen gehalten. Außen ist es dann schwarz, innen roh. Besser ist es, zu warten, bis das Feuer heruntergebrannt ist und eine kräftige Glut entsteht.

  1. Ein Stück Teig zu einer langen Wurst rollen, etwa fingerdick.
  2. Spiralförmig um das obere Ende des Stocks wickeln, die Enden gut andrücken.
  3. Mit etwas Abstand über die Glut halten und immer wieder drehen.
  4. Fertig ist das Stockbrot, wenn es rundum goldbraun ist und sich leicht vom Stock lösen lässt.

Das dauert je nach Glut und Teig eine ganze Weile – Geduld gehört dazu. Ins Loch des fertigen Brots passt übrigens prima ein Klecks Kräuterquark oder Marmelade.

Sicherheitsregeln am Lagerfeuer

Kinder und Feuer gehören zusammen, wenn die Regeln klar sind. Am besten besprichst du sie, bevor das Feuer angezündet wird:

Regel Warum
Ein Kreis aus Steinen oder eine Linie markiert die Grenze Kinder wissen genau, wie nah sie dürfen
Am Feuer wird nicht gerannt und nicht geschubst Stolpern ist die größte Gefahr
Lange Haare zusammenbinden, Schals einstecken Sie können Feuer fangen
Ein Eimer Wasser oder Sand steht bereit Zum schnellen Löschen
Ein Erwachsener bleibt immer am Feuer Feuer wird nie unbeaufsichtigt gelassen
Kein Brennspiritus oder Benzin Stichflammen-Gefahr
Am Ende vollständig löschen Auch Glut kann noch lange brennen

Wer sich trotz aller Vorsicht verbrennt: Die Stelle sofort unter handwarmem, nicht eiskaltem Wasser kühlen. Bei Blasen, größeren Flächen, Verbrennungen im Gesicht oder an den Händen und bei kleinen Kindern lässt du die Verletzung ärztlich anschauen. Im Notfall wählst du die 112. Allgemeine Tipps für kleine Verletzungen unterwegs findest du im Beitrag Erste Hilfe auf dem Spielplatz.

Einen Platz für euer Feuer finden

Stockbrot passt wunderbar zu einem Herbstnachmittag, einem Kindergeburtstag draußen oder einem Picknick mit Kindern. Öffentliche Grillplätze liegen oft in der Nähe von Spielplätzen – auf unserer Spielplatzkarte findest du Spielplätze in deiner Nähe, und von dort ist der Weg zur nächsten erlaubten Feuerstelle oft nicht weit. Frag im Zweifel bei der Gemeinde nach, welche Plätze es gibt und was dort gilt.

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