Gummitwist: Regeln, Sprüche und Varianten

Von Steven Schulz · · 4 Min. Lesezeit

Ein langes Gummiband, zwei Kinder, die es halten, und eins, das springt: Gummitwist ist ein Klassiker vom Schulhof. So funktionieren die Grundsprünge, die Höhenstufen und das Spiel mit eigenen Sprüchen.

Viele Eltern haben es selbst auf dem Schulhof gespielt: Gummitwist. Zwei Kinder stehen sich gegenüber, ein langes Gummiband ist um ihre Beine gespannt, und ein drittes Kind springt hinein, hinaus und darauf, oft im Takt eines Spruchs. Das Spiel kostet fast nichts, passt in jede Hosentasche und fordert Gleichgewicht, Rhythmus und Gedächtnis zugleich. Hier erfährst du, wie Gummitwist funktioniert, wie du es Kindern beibringst und wie sich das Spiel abwandeln lässt.

Was du für Gummitwist brauchst

Das Wichtigste ist das Band. Es gibt fertige Gummitwist-Bänder zu kaufen, es geht aber auch mit breitem Hosengummi aus dem Nähbedarf. Das Band sollte so lang sein, dass zwei Kinder mit etwas Abstand darin stehen können und es dabei leicht gespannt ist. Die Enden werden zu einem Kreis verknotet oder vernäht.

Außerdem brauchst du:

  • drei Mitspielende – oder Ersatz für die „Halter“ (dazu unten mehr)
  • flachen, ebenen Boden wie Asphalt, Pflaster oder einen Hallenboden
  • feste Schuhe, in denen man gut springen kann

Rasen ist weniger gut geeignet, weil das Band dort leicht im Gras hängen bleibt und der Boden uneben ist.

Die Grundsprünge

Gummitwist besteht aus wenigen Grundbewegungen, die zu längeren Folgen kombiniert werden. Die Namen sind je nach Gegend und Schulhof etwas unterschiedlich:

Sprung So geht es
Rein Mit beiden Füßen zwischen die beiden Bandseiten springen.
Raus Mit beiden Füßen außerhalb des Bandes landen, meist seitlich.
Grätsche Ein Fuß links, ein Fuß rechts außerhalb des Bandes.
Drauf Mit den Füßen auf beide Bandseiten treten und sie zu Boden drücken.
Seite Beide Füße landen auf einer Seite, das Band liegt zwischen den Beinen.
Hakeln Mit einem Fuß das Band einhaken und mitnehmen.

Wer eine Folge ohne Fehler schafft, darf die nächste Stufe springen. Als Fehler gilt meist, wenn man auf das Band tritt, obwohl man daneben landen sollte, oder wenn man aus dem Takt kommt. Die genauen Regeln vereinbaren die Kinder vorher, und das ist schon ein wichtiger Teil des Spiels.

Höhenstufen: vom Knöchel aufwärts

Der Reiz bei Gummitwist liegt darin, dass das Band nach und nach höher wandert. Eine übliche Reihenfolge ist:

  1. Knöchel
  2. Wade
  3. Knie
  4. Oberschenkel
  5. Hüfte

Für jüngere Kinder reichen die ersten zwei, drei Stufen völlig. Bei höheren Stufen wird das Springen schwierig, weil man das Band oft nur noch mit den Füßen herunterholen kann. Mehr als Hüfthöhe sollte es nicht werden. Ein Gummiband auf Brust- oder Halshöhe ist kein Spaß mehr, sondern ein Risiko.

Sprüche: alte Reime und eigene Verse

Zu vielen Sprungfolgen gehören Sprüche, die beim Springen aufgesagt werden. Jedes Wort oder jede Silbe steht dann für einen Sprung. Welche Reime bekannt sind, ist von Schulhof zu Schulhof verschieden, und viele werden einfach von älteren an jüngere Kinder weitergegeben.

Mindestens genauso viel Spaß macht es, eigene Sprüche zu erfinden. Ein Beispiel für einen selbst gemachten Vers:

Rein und raus, und auf das Band, Grätsche quer und Seitenrand – wer jetzt nicht danebentritt, kommt in die nächste Runde mit!

So geht das Erfinden:

  • Kurze Zeilen mit klarem Rhythmus wählen
  • Sprungnamen einbauen, damit man sich die Folge leichter merkt
  • Reime nutzen, die auch Kleinere mitsprechen können
  • Folge vormachen, bevor die anderen sie nachspringen

Ältere Kinder können auch Wörter buchstabieren und für jeden Buchstaben einen Sprung machen. Das trainiert ganz nebenbei die Rechtschreibung.

Allein oder zu zweit spielen

Nicht immer sind drei Kinder da. Dann helfen Stuhlbeine, Gartenbänke, ein Baumstamm und ein Pfosten oder zwei schwere Taschen als Halter. Wichtig ist, dass sie stabil stehen und nicht umkippen, wenn am Band gezogen wird. Wer mit Erwachsenen spielt, wird schnell merken: Auch Eltern dürfen springen, nicht nur halten.

Tipps für Einsteiger

Für Kinder, die Gummitwist zum ersten Mal ausprobieren, hilft ein langsamer Einstieg:

  • Erst ohne Band die Sprünge auf zwei Kreidelinien üben
  • Eine Bewegung nach der anderen lernen und erst dann kombinieren
  • langsam mitsprechen, damit Rhythmus und Füße zusammenpassen
  • Fehler gelassen nehmen, denn Danebentreten gehört dazu

Gummitwist ist ein gutes Training für Koordination und Gleichgewicht, mehr dazu in unserem Beitrag zur Grobmotorik. Wer weitere Spiele mit wenig Material sucht, wird bei Himmel und Hölle und anderen Kreidespielen und in unserem Beitrag Spiele für draußen fündig.

Der richtige Platz zum Springen

Gummitwist braucht einen ebenen, befestigten Platz und etwas Ruhe, damit niemand durchs Band läuft. Viele Spielplätze haben einen gepflasterten Bereich am Rand, manche Schulhöfe sind auch nachmittags offen, wie unser Beitrag Offene Schulhöfe erklärt. Spielplätze mit passenden Flächen in deiner Nähe findest du auf unserer Spielplatzkarte. Und das Band selbst gehört auf die Liste für Outdoor-Spielzeug, das wirklich etwas taugt.

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