Sicherheit auf dem Spielplatz: Worauf Eltern achten können

Von Steven Schulz · · 3 Min. Lesezeit

Öffentliche Spielplätze werden nach Normen gebaut und regelmäßig geprüft. Trotzdem lohnt sich ein eigener Blick – auf Kleidung, Untergrund und Schäden an den Geräten.

Klettern, Schaukeln, Rutschen: Auf dem Spielplatz testen Kinder ihre Grenzen aus – und genau dafür ist er da. Ein paar Schrammen gehören dazu und sind Teil des Lernens. Damit aus dem Abenteuer kein Unfall wird, sind öffentliche Spielplätze in Deutschland streng geregelt. Und auch Eltern können mit wenigen Handgriffen viel beitragen.

Was die Normen regeln

Spielgeräte auf öffentlichen Spielplätzen werden nach der europäischen Normenreihe DIN EN 1176 gebaut und geprüft. Sie legt unter anderem fest, wie Geländer und Brüstungen gestaltet sein müssen, wie groß Öffnungen sein dürfen, damit sich weder Kopf noch Finger einklemmen, und welche Bereiche rund um ein Gerät frei bleiben müssen.

Für den Boden unter den Geräten gilt die DIN EN 1177. Sie beschreibt, wie stoßdämpfende Untergründe geprüft werden. Je höher ein Kind fallen kann, desto stärker muss der Boden einen Sturz abfedern. Typische Fallschutzböden sind:

  • Sand und Kies in ausreichender Schichtdicke
  • Holzschnitzel oder Rindenmulch
  • Fallschutzplatten oder fugenloser Kunststoffbelag
  • Rasen – nur bei geringen Fallhöhen

Betreiber – meist die Kommune – sind verpflichtet, ihre Spielplätze regelmäßig zu kontrollieren: von kurzen Sichtkontrollen bis zur gründlichen jährlichen Hauptinspektion.

Kleidung: die unterschätzte Gefahr

Viele Unfälle auf Spielplätzen haben weniger mit den Geräten zu tun als mit der Kleidung. Besonders gefährlich ist alles, was hängen bleiben kann:

  • Kordeln und Bänder an Jacken und Kapuzen – am besten entfernen oder kürzen
  • Lange Schals – im Winter lieber zu einem Schlauchschal greifen
  • Fahrradhelme – auf Spielgeräten immer absetzen, weil sie in Öffnungen stecken bleiben können
  • Schlüsselbänder oder Ketten um den Hals

Festes Schuhwerk mit griffiger Sohle sorgt für sicheren Tritt auf Leitern und Kletterwänden. Flip-Flops und Crocs rutschen leicht ab.

Der eigene Blick vor dem Spielen

Auch der beste Spielplatz kann zwischen zwei Kontrollen beschädigt werden. Ein kurzer Rundgang lohnt sich, vor allem auf einem Spielplatz, den ihr zum ersten Mal besucht:

  1. Scherben, Müll oder Spritzen im Sand oder auf der Wiese?
  2. Lose Schrauben, Splitter oder gebrochene Bretter an Holzgeräten?
  3. Scharfe Kanten oder Rost an Metallteilen?
  4. Ketten und Seile an Schaukeln intakt, nicht durchgescheuert?
  5. Fallschutz noch vorhanden – oder ist der Sand unter der Schaukel weggespielt?
  6. Heiße Oberflächen im Sommer, Glätte bei Nässe und Frost?

Wenn etwas kaputt ist

Ein beschädigtes Spielgerät solltest du dem Betreiber melden. Bei öffentlichen Spielplätzen ist das meist das Grünflächenamt oder das Ordnungsamt der Stadt oder Gemeinde. Oft hängt am Spielplatz ein Schild mit einer Telefonnummer, viele Städte bieten außerdem Online-Meldeportale an.

Bei akuter Gefahr – etwa einem abgebrochenen Teil mit scharfen Kanten – hilft es anderen Familien, das Gerät provisorisch abzusperren, bis der Betreiber reagiert hat.

Begleiten statt bremsen

Das Wichtigste zum Schluss: Kinder lernen auf dem Spielplatz, Risiken selbst einzuschätzen. Wer jede Kletterpartie unterbindet, nimmt ihnen diese Erfahrung. Besser ist es, in der Nähe zu bleiben, zu ermutigen und nur einzugreifen, wenn es wirklich gefährlich wird. Kleinkinder brauchen dabei natürlich mehr Begleitung als Schulkinder.

Spielplätze mit Fallschutz, Altersangaben und Bewertungen von anderen Eltern findest du auf unserer Spielplatzkarte. Und was sonst noch in die Tasche gehört, steht in der Packliste für den Spielplatz.

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